Hans Noser, Director of www.toolpoint.ch (German)

21afbe0 Hans NoserHans Noser war Dozent für Projekt und Qualitäts Management an der Abteilung Informatik, der Hochschule für Technik in Rapperswil. Unsere Branche, kennt ihn als engagierten Unternehmer und Leiter, erfolgreicher Grossprojekte. Er ist seit 2010 Managing Director bei www.toolpoint.ch  und repräsentiert mit dieser Organisation, die halbe Life Science Instruments Industrie. In unserem Interview mit Herr Noser, erfahren wir heute einige Details zu seinen Arbeiten und seinen aktuellen Impressionen.

 

 

Herr Noser, im Jahre 2008 wurde der Wunsch nach mehr Standardisierung in der Labor Automations Branche laut. An was können Sie sich in dieser Gründungsphase von SILA erinnern?

Die Pharma Industrie nutzt die Labortechnik in verschiedenen Bereichen für Screenings von Substanzen. Im Dialog mit der lokal ansässigen Pharma Industrie wurde der Wunsch nach einfach integrierbaren Laborgeräten gestellt. Mein Vorgänger Peter Schleiffer nahm damals dieses Bedürfnis auf und entwickelte zusammen mit den Toolpoint Mitgliedern die ersten standardisierten Schnittstellen für Laborgeräte. Daraus entstand eine für die Schweiz typische Initiative mit dem Ziel, die Labortechnik in der Pharma zu vereinfachen.

Im 2012 war das Toolpoint Projekt SiLA so weit entwickelt, dass man SiLA als eigenständige Organisation, mit weltweiter Ausbreitung etablieren konnte. Die Organisation SiLA war geboren.

 

 

Gehen wir einmal noch weiter zurück in die Vergangenheit. Sie haben sich damals entschlossen, Ingenieur für Elektronik und Informatik zu werden. Wie denken Sie über diese Entscheidung retrospektiv?

Mechatronische Systeme sind heute Noch die Grundlage der Automation. Ich hatte das Glück in meinem Elternhaus früh in technische Abläufe mit einbezogen worden zu sein. Ich konnte schon zur Schulzeit bei mir zu Hause Automatisierungs-Projekte realisieren.

Das Ingenieur Studium war die logische Fortsetzung eines Traums. Ich habe im Spezialgebiet Mess- und Regeltechnik abgeschlossen. Ich habe dann 10 Jahre nach Abschluss des Ingenieur Studiums das Nachdiplom Studium KMU Management an der HSG studiert.

Ich würde wieder Ingenieur studieren.

 

Zurück ins Jahr 2015. Wie lange dauert es noch, bis die Mehrheit der Labors aussieht, wie moderne Produktionsstrassen für Autos? Fast ohne Personal.

Es gibt heute und auch in der Zukunft Labors die spezifische Analysen durchführen müssen. Da geht es um einfache schnelle und nachvollziehbare Messtechnik. Grosse Labors benötigen workflow basierte Systeme, wo Analysen als Batch verarbeitet werden können. Die Vielfältigkeit ist gross. Deshalb ist die Fantasie und Agilität der Life Science Instruments Branche gefordert. Neue Systeme sollen kleiner, schneller und intelligenter werden.

Grosse Labors sehen heute schon aus wie Produktionsstrassen nur mit dem Unterschied, dass diese clean sein müssen.

 

 

Ein Labor möchte die ersten Schritte in Richtung Automation gehen. Welche Informationsquellen und Anlaufstellen würden Sie empfehlen?

Die Labors stehen im Kontakt mit den grossen Systemanbieter wie Tecan, Hamilton, Mettler Toledo und Weiteren. Dort erhalten sie die Lösungen, welche aktuell im Markt angeboten werden.

Toolpoint ist das Netzwerk das für die zukünftigen Bedürfnisse der Pharma Branche oder der MedTech Branche oder der Labors als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Im Netzwerk können wir gemeinsam Ideen entwickeln um standardisierte Lösungen zu erarbeiten. So erhält die Branche Standards, die offen und für die gesamte Life Science Industrie zur Verfügung stehen. Das Beispiel SiLA zeigt auf, dass auf diesem Weg Lösungen entstehen die offen und nicht proprietär sind. Der Nutzen daraus ist der, dass die Systeme einfacher und flexibler integrierbar sind.

 

 

Für viele Benutzer sind Geräte und vor allem dessen Anwendungen zu kompliziert. Wohin wird es in Zukunft mit dem Thema Usability und Labor Automation gehen?

Unsere Mitglieder entwickeln heute schon laufend Lösungen welche einfacher zu bedienen sind.

Es gibt verschiedene Entwicklungen. Diese unterscheiden sich je nach Branche. Einerseits gibt es immer mehr kompakte Systeme, welche am Point of Care einfach genutzt werden können und andererseits gibt es immer grössere hoch automatisierte Systeme, welche auf hohe Durchsätze ausgerichtet sind.

Der Trend geht in die Richtung von standardisierten Interfaces. Mit Industrie 4.0, bzw. Labor 4.0 und Internet of Things werden Geräte und Proben einzeln adressier- und identifizierbar. Somit wird es möglich sein den ganzen Ablauf im Labor zu verfolgen. Die Smart Tablets mit ihren APPs sind gute Plattformen zur vereinfachten Darstellung der Systeme und Bedienungen.

 

 

Noch eine persönliche Frage zum Anschluss. Wie halten Sie sich über den Weltmarkt auf dem laufendem und wie gut sehen Sie die Schweiz in diesem Wettlauf?

Ich und mein Team sind laufend im Kontakt mit unseren Mitgliedern, den Anwendern und der Forschung. In unseren Fachkreisen bearbeiten wir spezielle Themen wie Regulationen, IP, ICT oder Logistik und Produktion. Alle unsere Mitarbeiter sind nur Teilzeit beschäftigt. Das heisst dass wir in der restlichen Zeit Mandate bearbeiten müssen welche in der Regel im Bereich der Innovation angesiedelt sind.

 

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Comments

  1. Dr Michael Gröschl

    Der Ansatz der standardisierten/personalisierten Tablets ist sicher ein wichtiger Schritt in die Richtung, Laborautmation “benutzerfreundlicher”, vor allem sicherer vor Anwenderfehlern zu machen.

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